allgemeines


Das Frettchen (Mustella putorius furo) ist ein Raubtier (Carnivora) aus der Familie der Marderartigen und gilt als domestizierte Form des Waldiltisses (Mustella putorius).

Durch die Domestikation ist das Frettchen auf den Menschen angewiesen (Pflege und Fütterung) und würde in der Natur wohl nur wenige Tage überleben, denn im Gegensatz zu seinem wilden Verwandten, dem Iltis, hat das Frettchen eine wesendlich schwächere Kondition und Ausdauer und könnte sich daher nicht ausreichend ernähren.



Domestikation bedeutet: Ein gezähmtes Tier duldet den Menschen, bleibt aber ein Wildtier und gibt seine wilden Eigenschaften an seine Nachkommen weiter. Bei der Domestizierung werden, durch den Menschen, ausgewählte, Tiere gekreuzt, die gewisse (für den Menschen) vorteilhafte Eigenschaften besitzen, die dann an die Nachkommen weitergegeben werden.

Die genaue Herkunft der Frettchen ist kaum nachvollziehbar. Sämtliche Aufzeichnungen sind abweichend voneinander dokumentiert, werden von anderen widerlegt. Die Herkunftsgeschichte ist somit nur theoretisch und nicht genau zu beweisen.
So findet man in vielen Schriften als erstes die Ägypter, die Frettchen gehalten haben sollen. Jedoch wird diese Theorie widerlegt, da die Tiere bekanntlich keine großen Temperaturen ( Hitzeschlag ab 31°C möglich) überstehen können. Auch wurde bisher niemals ein mumifiziertes Frettchen gefunden, obwohl die Ägypter auch ihre Haustiere - wie Katzen, Hunde und Nagetiere - zu Tausenden mumifizierten.
Es ist also wohl wahrscheinlicher, dass das Frettchen in Griechenland ca. 500 v. Chr. domestiziert wurde. Der griechische Komödienschreiber Aristophanes benutzte in einigen seiner Stücke den Begriff "Frettchen" um andere Personen zu verspotten (hierher wohl auch die scherzhafte Bezeichnung merkwürdiger Menschen als "Seltenes Frettchen").
Man vermutet daher, dass das Wort Frettchen ein allgemein bekannter, festgelegter Begriff war, da Aristophanes nur verständliche Ausdrücke für seine Zuschauer verwendete. Gehalten wurden die kleinen Raubtiere wohl zur Bekämpfung von Ratten und Mäusen, um die sichere Lagerung von Getreide zu gewährleisten. Zu dieser Zeit waren Katzen zur Ungezieferbekämpfung in Griechenland noch nicht verbreitet.

Später folgten immer wieder vereinzelte Aufzeichnungen über Frettchen, so dass davon auszugehen ist, dass die Tiere nicht sehr verbreitet waren.
Erst ab dem 12. Jahrhundert mehrten sich die Aufzeichnungen über Frettchen.Sie wurden zur Ratten - und Mäusebekämpfung und zur Kaninchenjagd genutzt. Zu diesen Zwecken wurden sie bis in die letzte Hälfte des 19. Jahrhunderts hauptsächlich gehalten.

Heute werden die munteren Frettchen nicht nur immer beliebtere Haustiere, sondern sind nach wie vor Jagdhelfer, die vorrangig zur Wildkaninchenjagd eingesetzt werden, indem sie in die meist sehr engen Kaninchengänge geschickt werden, um das Wild aus seinem Bau zu treiben. So kann der Jäger die Nager leicht erlegen. Bevorzugt werden Albinofrettchen zur Jagd eingesetzt, da sie durch ihre weiße Fellfarbe in der Dunkelheit des Baues leichter zu erkennen sind. Damit das Kaninchen nicht zur Mahlzeit des Frettchens wird, gibt es sogar kleine Maulkörbe für die flinken Jäger. Diese Jagdmethode nennt man "Frettieren".


Hier noch einige weitere "Fachbegriffe" aus dem Jägerlatein:


Rüde = Männliches Frettchen
Fähe = Weibliches Frettchen
Welpe = Frettchenbaby
Branten, Läufe = Pfoten, Füße
Fänge = Reißzähne
Grannen = Deckhaar
Lauscher = Ohren
Vulva, Schnalle , Nuss = Weibliches Geschlechtsorgan
Riecher = Nase
Rute = Schwanz
Seher = Augen
Unterwolle = Weiches, kurzes u. isolierendes Haar
Weidloch = After
Deckakt = Paarung
Geheck = Welpen der Fähe, Wurf
Säugen = Stillen der Welpen
Ranz = Paarungszeit
Wölfen = Gebären
Losung = Kot
Muckern, Keckern, Goggern = Lautgebung der Frettchen